Intervallfasten ist für viele Menschen ein beliebter Weg, um Gewicht zu reduzieren oder sich insgesamt wohler zu fühlen. Dabei wird nicht vorgeschrieben, was man isst, sondern wann. Häufige Formen sind zum Beispiel das 16:8-Modell, bei dem innerhalb von acht Stunden gegessen wird, oder das Weglassen des Abendessens.

Doch wie wirkt Intervallfasten eigentlich – und ist frühes Essen besser als spätes?

Neue Studie bringt mehr Klarheit

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Zusammenarbeit mit der Charité Berlin hat genau das untersucht. Dabei wollten die Forschenden herausfinden:

Führt Intervallfasten auch ohne bewusstes Kaloriensparen zu Gewichtsverlust?

Spielt es eine Rolle, ob man früh oder spät am Tag isst?

Was wurde untersucht?

31 übergewichtige Frauen nahmen an der Studie teil. Sie sollten zwei Wochen lang nach dem 16:8-Prinzip essen:

  • entweder früh (zwischen 8 und 16 Uhr)
  • oder spät (zwischen 13 und 21 Uhr)

Wichtig: Die Teilnehmerinnen durften die gleichen Lebensmittel und Mengen essen wie zuvor – nur die Essenszeiten wurden eingeschränkt.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Gewichtsabnahme:
    Beide Gruppen nahmen etwas ab – die Gruppe mit dem frühen Essensfenster etwas mehr (1,04 kg vs, 0,44 kg)
  • Warum das Gewicht sank:
    Die Teilnehmerinnen aßen unbewusst weniger Kalorien, vor allem bei frühem Essen.
  • Stoffwechsel & Blutzucker:
    Es zeigten sich keine relevanten Verbesserungen bei Blutzucker, Cholesterin oder anderen Stoffwechselwerten (über den kurzen Beobachtungszeitraum)
  • Essenszeitpunkt:
    Spätes Essen verschob den biologischen Tag-Nacht-Rhythmus leicht nach hinten (man wurde später müde).

Was bedeutet das für den Alltag?

Die Studie legt nahe:
👉 Der positive Effekt von Intervallfasten entsteht vor allem dadurch, dass man insgesamt weniger isst – nicht allein durch die Essenspausen.

Ob früh oder spät gegessen wird, scheint kurzfristig keinen großen Unterschied für den Stoffwechsel zu machen. Früh essen kann jedoch dabei helfen, automatisch etwas weniger Kalorien aufzunehmen.

Wichtig zu wissen:

Die Studie hatte auch Einschränkungen:

  • kleine Teilnehmerzahl
  • kurze Dauer (nur 2 Wochen)
  • nur Frauen, überwiegend über 50 Jahre

Langfristige Effekte lassen sich daraus daher nur eingeschränkt ableiten.

Unser Fazit für Sie

Intervallfasten kann ein praktisches Hilfsmittel sein, um bewusster zu essen und Kalorien zu sparen. Entscheidend für Gesundheit und Gewicht bleibt jedoch:

  • eine ausgewogene Ernährung
  • eine negative Energiebilanz (mehr verbrauchen als aufnehmen)
  • ein Essrhythmus, der zu Ihrem Alltag passt

Literatur: https://www.science.org/doi/10.1126/scitranslmed.adv6787