Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in der älteren Bevölkerung eine bedeutende Gesundheitsherausforderung. In einer kürzlich veröffentlichten Studie namens D-Health wurde untersucht, ob hohe monatliche Dosen von Vitamin D das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse bei Menschen über 60 Jahren reduzieren können. Die Ergebnisse dieser großen prospektiven randomisierten Studie liefern neue Erkenntnisse darüber, wie Vitamin D sich möglicherweise auf bestimmte Herz-Kreislauf-Ergebnisse auswirken könnte.
Die D-Health-Studie fand in Australien von 2014 bis 2020 statt und umfasste mehr als 21.000 Teilnehmer im Alter von 60 bis 84 Jahren. Diese Teilnehmer wurden zufällig entweder einer Placebo-Gruppe oder einer Gruppe, die einmal pro Monat (!) hochdosierte Vitamin-D3-Supplemente erhielt, zugeteilt. Jede aktive Kapsel enthielt 60.000 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D. Die Studie untersuchte verschiedene Hauptergebnisse, darunter Herzinfarkt (MI), Schlaganfall und koronare Revaskularisation.
Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass die allgemeine Reduktion des Risikos für Herz-Kreislauf-Ereignisse zusammen durch Vitamin D nicht statistisch signifikant war! So kam es zu 6,6% der Plazebo-Patienten zu einem kardiovaskulären Ereignis verglichen mit 6,0% in der Vit D Gruppe. Leider deckt sich dies mit den negativen Ergebnissen vorangegangener Studien.
Eines der ermutigenden Ergebnisse war jedoch die signifikante 19%ige Verringerung des Risikos für Herzinfarkte (MI) bei den Teilnehmern, die Vitamin D einnahmen. Ein Herzinfarkt kann schwerwiegende Folgen haben, und diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Vitamin D möglicherweise eine schützende Wirkung auf das Herz haben könnte.
Ein weiteres positives Ergebnis war die 11%ige Reduktion des Risikos für koronare Revaskularisation bei den Teilnehmern, die Vitamin D erhielten. In Deutschland bezeichnen wir diesen Eingriff auch oft als „Herzkatheter“. Dieser Eingriff wird oft bei Menschen mit koronaren Herzkrankheiten durchgeführt, um den Blutfluss zu den Herzkranzgefäßen wiederherzustellen.
Besonders interessant war die Beobachtung, dass bei denjenigen, die zu Beginn der Studie bereits Statine oder andere kardiovaskuläre Medikamente einnahmen, ein mögliches verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse durch die Einnahme von Vitamin D festgestellt wurde. Dies deutet darauf hin, dass Vitamin D möglicherweise in Kombination mit bestimmten Medikamenten besonders vorteilhaft sein könnte.
Die Studienautoren mahnen zur Vorsicht bei der Interpretation und Empfehlung von Vitamin-D-Supplementen speziell zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weitere Forschung ist erforderlich, um diese Ergebnisse in anderen Bevölkerungsgruppen zu bestätigen und die Wechselwirkungen zwischen Vitamin D und kardiovaskulären Medikamenten, insbesondere Statinen, besser zu verstehen.